Von der Wortbedeutung her sind Probiotika das genau Gegenteil von Antibiotika. Probiotika bedeutet für das Leben, Antibiotika gegen das Leben.
Probiotische Lebensmittel sollen für mehr Leben im Darm sorgen. Sie enthalten probiotische Bakterien, auch Keime genannt. Die Bakterien wirken positiv und fördern eine gesunde Darmtätigkeit.
Von der Schulmedizin wird der Darm oft kaum beachtet, zu Unrecht. Ein gesunder Darm wirkt sich förderlich auf das Immunsystem und das allgemeine Wohlbefinden aus. Ganz nach dem Motto: Darm gut alles gut.
Probiotische Lebensmittel eignen sich aber nicht zur Bekämpfung von bestimmten Krankheiten. Sie sind für die Ernährung gedacht und nicht als Medikamente wirksam. Ein probiotischer Joghurt zum Beispiel enthält so wenig Bakterien, dass nur wenig die Verdauung im Magen überstehen. Die Bakterien sind gegen die Magensäure nicht resistent. Kaufen Sie diese Produkte also nur wenn sich wirklich ein positiver Effekt einstellt.
Anders sieht es bei probiotischen Medikamenten aus. Sie sind speziell zur Behandlung von Darmkrankheiten, Störungen des Immunsystems, bestimmter Formen einer Allergie und Infektionen entwickelt worden.
Die Hürden für solche Medikamente sind extrem hoch. Arzneimittel mit lebenden Mikroorganismen obliegen besonders strengen Massstäben, bevor sie für den Markt zugelassen werden. Das am besten erforschte Bakterium ist der Escherichia coli Stamm Nissle. In Studien hat sich eine sehr hoche Wirksamkeit und Verträglichkeitn gezeigt. Sogar für Babies eignet sich dieses Bakterium, zur Vorbeugung und Behandlung von Darminfekten.
Probiotische Medikamente wirken sehr gut, das belegen auch neue Studien. Bei 80% der Probanten stellte sich eine Besserung der Beschwerden ein.
Bei Darmerkrankungen sind also probiotische Kulturen als Therapie zu empfehlen, denn sie sind besonders gut verträglich und nahezu nebenwirkungsfrei.
Mittwoch, 8. Juli 2009
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